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FDP fordert Stopp der Planungen für Knappenroth

Dr. med. Helmut Isringhaus

Die FDP-Stadtratsfraktion Saarbrücken fordert, die Planungen für das Baugebiet Knappenroth in ihrer derzeitigen Form einzustellen. Die Risiken für Umwelt, Steuerzahler und zukünftige Generationen sind zu groß, um das Projekt unverändert weiterzuverfolgen. „Wir haben es hier mit einem Gelände zu tun, das durch die frühere Nutzung als Standort einer Teerfabrik geprägt ist. Die bekannten Altlasten, die Diskussion um ein Verwahrbauwerk und die offenen Fragen zu den langfristigen Umweltfolgen lassen erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der bisherigen Planungen aufkommen“, erklärt Dr. Helmut Isringhaus, Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion. 
 

Besonders kritisch sieht die FDP die Pläne zur Errichtung eines Verwahrbauwerks. Belastete Stoffe würden dadurch nicht beseitigt, sondern dauerhaft auf dem Gelände verbleiben. Die damit verbundenen Risiken würden über Jahrzehnte fortbestehen. Wer heute ein solches Bauwerk errichtet, kann nicht garantieren, dass künftige Generationen nicht erneut mit Überwachungs-, Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen konfrontiert werden. „Ein Verwahrbauwerk löst das Problem nicht, sondern verschiebt es in die Zukunft. Die Gefahr besteht, dass Umwelt- und Haftungsrisiken am Ende bei der Stadt Saarbrücken und damit bei den Steuerzahlern verbleiben“, so Isringhaus. 

 
Hinzu kommt, dass das Gelände aufgrund seiner Vorgeschichte und seiner topographischen Lage besonders sensibel ist. Die FDP hält es für unverantwortlich, weitere Risiken durch umfangreiche Erdbewegungen und Eingriffe in belastete Bereiche einzugehen, solange nicht zweifelsfrei feststeht, dass Umwelt und Anwohner dauerhaft geschützt werden können. 

 
Die FDP spricht sich deshalb dafür aus, die Planungen für die belasteten Flächen einzustellen. Sollte sich herausstellen, dass die im Eigentum der Landeshauptstadt befindlichen Flächen frei von relevanten Kontaminationen sind, könnte ausschließlich dort eine begrenzte Entwicklung geprüft werden. Voraussetzung wäre jedoch, dass hierfür weder ein Verwahrbauwerk noch Eingriffe in belastete Altlastenbereiche erforderlich sind. 

 
„Saarbrücken braucht Wohnraum. Aber Saarbrücken braucht keinen Wohnraum um jeden Preis. Gesundheitsschutz, Umweltschutz und ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern müssen Vorrang haben. Deshalb sagen wir klar: Kein Verwahrbauwerk, kein Ankauf weiterer belasteter Flächen durch die Landeshauptstadt und keine Fortführung der bisherigen Planungen für Knappenroth. Vorrang für Umwelt-, Gesundheits- und Steuerzahlerschutz!“, fordert Isringhaus abschließend.