FDP-Stadtratsfraktion Saarbrücken: Passantenzahlen allein retten keine Innenstadt
Die FDP-Stadtratsfraktion Saarbrücken sieht die geplante langfristige Fortführung der kontinuierlichen Passantenzählung kritisch. „Die vorgelegten Zahlen mögen auf den ersten Blick beeindruckend wirken – sie beantworten weder die entscheidende Frage, wer diese Passanten sind und ob sie auch einkaufen, noch werden die Schlüsse und Handlungskonsequenzen der Verwaltung im Hinblick auf die gewonnen quantitativen Erkenntnisse der letzten Jahre klar“, so der Fraktionsvorsitzende der FDP im Stadtrat Dr. Helmut Isringhaus.
Bis heute fehlt jede belastbare Korrelation zwischen den gemessenen Frequenzen und der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung der Innenstadt. Weder Umsätze, noch Kaufkraft, noch die Entwicklung des stationären Einzelhandels werden systematisch mit den Passantendaten verknüpft. Damit bleibt die Zählung ein rein statistisches Instrument ohne wirtschaftspolitische Aussagekraft.
Besonders erklärungsbedürftig ist der offenkundige Widerspruch zwischen hohen Passantenzahlen und weiterhin erheblichem Leerstand in zentralen Lagen der Innenstadt. Wenn die Innenstadt so stark frequentiert ist, stellt sich umso drängender die Frage, warum immer mehr Geschäfte schließen und attraktive Ladenflächen dauerhaft ungenutzt bleiben. Diese Entwicklung wird durch die vorgelegten Daten nicht erklärt, sondern eher verschleiert.
Aus Sicht der FDP ist es problematisch, ein Instrument dauerhaft zu finanzieren, das zwar Zahlen produziert, aber keine Antworten auf die strukturellen Probleme der Innenstadt liefert. Standortmarketing darf sich nicht in reinen Frequenzmeldungen erschöpfen, sondern muss sich insbesondere an messbaren wirtschaftlichen Effekten orientieren.
Die FDP-Stadtratsfraktion fordert daher, die Passantenzählung künftig nur dann fortzuführen, wenn sie konsequent mit Daten zu Umsatzentwicklung, Branchenstruktur, Kaufkraft und Leerstand verknüpft wird. Ohne diese Einordnung bleibt sie ein teures Monitoring ohne praktischen Nutzen für Handel, Eigentümer und Stadtentwicklung.