Fördergelder gezielt einsetzen!
Seit Jahren fordern wir im Stadtrat der LHS Saarbrücken ein entschlosseneres Vorgehen bei der Akquise von Fördermitteln. Wer den Wirtschaftsstandort und die Stadtentwicklung in Saarbrücken nachhaltig stärken will, braucht kein Stückwerk, sondern ein professionelles Fördermittelmanagement. Fördergelder müssen strategisch und nicht als Selbstzweck eingesetzt werden. Genau daran hapert es derzeit. Zu oft werden Mittel beantragt, „weil es sie gibt“, und nicht, weil sie wirklich gebraucht werden oder in ein übergeordnetes Konzept passen. Förderprogramme sind kein Wunschkonzert, sondern Werkzeuge. Und Werkzeuge wirken nur dann, wenn man weiß, wie und wofür man sie einsetzen will. Was in der öffentlichen Debatte häufig untergeht: Zwischen zehn und zwanzig Prozent der Kosten bleiben regelmäßig an der Kommune hängen. Hinzu kommen dauerhafte Personal und Sachkosten. Fördermittel sind also nie kostenlos. Sie binden finanzielle sowie organisatorische Ressourcen. Dieses Geld fehlt dann an anderer Stelle: bei Schulen, der Infrastruktur, bei der Kulturarbeit der Stadtteile oder bei der Unterstützung von Vereinen. Wenn die SPD zuletzt beruhigend auf nicht abgerufene Restmittel verweist, ist das kein Grund zur Entwarnung. Im Gegenteil: Bleiben Gelder liegen, deutet das auf strukturelle Defizite bei Planung, Priorisierung oder Umsetzung hin. Die Stadt braucht klare Ziele, saubere Kosten-Nutzen Abwägungen und den Mut, auch einmal Nein zu sagen. Nicht jede Förderung ist ein Fortschritt. Entscheidend ist, ob sie die Stadt wirklich voranbringt.