Knappenroth: Bauen ohne Risiko

Dr. Helmut Isringhaus

Das geplante Baugebiet Knappenroth bleibt ein sensibles Thema – und der SR Fernsehbericht vom 22. Januar hat die bestehenden Sorgen weiter verstärkt. Die Kontaminierung des Bodens ist längst bekannt, weshalb ein Verwahrbauwerk vorgesehen ist. Doch genau hier beginnt das Problem: Der tatsächliche Umfang des belasteten Erdreichs ist weiterhin unklar. Und ebenso unklar ist, welche Gefahren entstehen, wenn bei den Bauarbeiten große Mengen Boden ausgehoben und bewegt werden. Diese Risiken betreffen nicht abstrakte Flächen auf einer Karte, sondern ganz konkret die Menschen, die heute im Umfeld des geplanten Baugebiets leben. Staub, Verwehungen, Freisetzung von Schadstoffen – all das sind reale Gefahren, die nicht mit vagen Aussagen oder pauschalen Verweisen auf „geplante Maßnahmen“ abgetan werden dürfen. Die FDP Stadtratsfraktion erwartet vollständige Transparenz und eine lückenlose Aufklärung. Bevor auch nur ein Bagger anrückt, müssen klare Gutachten vorliegen, die nachvollziehbar darlegen, wie groß die Belastung tatsächlich ist und wie die Anwohner geschützt werden. Der Eindruck, dass wirtschaftliche Interessen über den Gesundheitsschutz gestellt werden, darf sich nicht verfestigen. Saarbrücken braucht Wohnraum, aber nicht um jeden Preis. Sicherheit und Gesundheit müssen Vorrang haben. Wir werden weiter darauf drängen, dass Knappenroth erst dann entwickelt wird, wenn alle Risiken offen benannt und wirksam ausgeschlossen sind. Neben den gesundheitlichen Fragen sind dabei auch die Fragen der Anbindung und des Verkehrs zu klären.