Prestige statt Bürgernähe
Was ist ein Versprechen der Stadtverwaltung eigentlich wert? Diese Frage drängt sich beim Blick auf die Dieffelter Straße auf. Seit September 2024 beschäftigt sich der Bezirksrat Dudweiler mit den Baumaßnahmen zwischen den Hausnummern 21 und 27 und der längst überfälligen Wiederherstellung des Straßenbelags - bereits seit Januar 2022 ist die Straße eine Baustelle, die einer Schotterpiste gleicht und nicht befahrbaren werden darf. Die Verwaltung hatte auf unsere Frage zunächst mitgeteilt, eine Beauftragung sei bereits erfolgt. Auf Nachfrage im Stadtrat ergibt sich ein anderes Bild: Es sei kein Geld vorhanden, eine Ausschreibung habe gar nicht stattgefunden und zudem sei eine Firma abgesprungen. Was stimmt nun? Besonders bemerkenswert ist die Aussage, dass die Situation für die Anwohner keine wirkliche Belastung darstelle. Für die FDP-Fraktion ist das keine akzeptable Antwort. Wer über Jahre mit Einschränkungen vor der eigenen Haustür leben muss, hat mehr verdient als den Hinweis, sich anderswo einen Parkplatz zu suchen. Die Dieffelter Straße steht sinnbildlich für ein Problem in Saarbrücken: Für Prestigevorhaben scheint Geld und Aufmerksamkeit da zu sein. Bei den alltäglichen Problemen der Bürger dagegen heißt es warten – und zwar oft jahrelang. Eine Stadt darf sich nicht nur dort engagieren, wo schöne Bilder für Broschüren entstehen. Gute Kommunalpolitik zeigt sich darin, kaputte Straßen zu reparieren, Anwohner ernst zu nehmen und getroffene Zusagen einzuhalten. Die Bürger erwarten, dass die Stadt ihre Hausaufgaben macht.