Zoo braucht mehr als nur Geld

Heike Müller
Der Zoo steht erneut im Mittelpunkt der politischen Diskussion. Ein Zuschuss von rund 5 Mio. Euro pro Jahr zeigt, wie groß die finanzielle Verantwortung der öffentlichen Hand geworden ist. Doch Geld allein löst die strukturellen Probleme nicht. Wer glaubt, dass immer neue Investitionen automatisch zu einem besseren Zoo führen, greift zu kurz. Ein moderner Zoo braucht Investitionen in Tierhaltung, Anlagen und Infrastruktur. Entscheidend ist aber die Wirkung. Am Ende zählt, ob mehr Besucher kommen und der Zoo wirtschaftlich stabil arbeiten kann. Wenn über Investitionen von bis zu 100 Mio. Euro gesprochen wird, darf ein Punkt nicht fehlen: die Zinsen. In Zeiten hoher Finanzierungskosten wächst die Belastung schnell und deutlich über die eigentliche Investitionssumme hinaus. Wer solche Summen plant, braucht deshalb ein tragfähiges Gesamtkonzept. Die Probleme beginnen bereits bei scheinbar kleinen Dingen. Die Parkplatzsituation rund um den Zoo ist seit Jahren ein Ärgernis. Besucherfreundlichkeit beginnt nicht erst am Gehege, sondern schon bei der Anreise. Der Zoo braucht deshalb mehr als neue Bauprojekte. Nötig ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: organisatorisch, wirtschaftlich und strategisch. Nur so lässt sich klären, welche Investitionen wirklich sinnvoll sind und wie sich dauerhaft mehr Publikum gewinnen lässt - oder ob auch eine Schließung in Betracht gezogen werden muss. Der Zoo hat zweifellos Potenzial. Aber es wird sich nur entfalten, wenn Geld, Konzept und konsequente Besucherorientierung endlich zusammenpassen.